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Der Adipositas kommt eine große Rolle bei der Entstehung ernster Erkrankungen, wie zum Beispiel der Schlafapnoe, zu. Das Schlafapnoesyndrom kann die Lebenserwartung der Patienten beeinträchtigen, da eine Schlafapnoe einen wesentlichen Risikofaktor für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall darstellt.
Unter dem Schlafapnoesyndrom versteht man eine Störung des gesunden Schlafes durch fünf und mehr Atemstillstände in einer Stunde, die jeweils mindestens zehn Sekunden, aber auch bis zu über eine Minute anhalten. In schweren Fällen erleiden Schlafapnoiker über 300 Stillstände pro Nacht. Um eine Erstickung zu verhindern, wird vom Gehirn eine Weckreaktion (ohne vollständiges Aufwachen) mit erzwungenem Atemholen eingeleitet. Eine direkte Folge dieses Vorgangs sind eine Ausschüttung des Stresshormons, die Erhöhung von Puls und Blutdruck und eine erhebliche Belastung für Herz und Gefäße. Desweiteren bewirken der durch die Atemstillstände verursachte Sauerstoffmangel und die häufigen Unterbrechungen des erholsamen Schlafes eine starke Tagesmüdigkeit der Patienten mit Einschlafneigung. Diese Müdigkeit, auch wahrgenommen als Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit, wird von den Betroffenen häufig als erstes registriert. Die nächtlichen Erstickungsanfälle nehmen sie in der Regel nicht wahr. Oft sind es ihre Partner, denen das unnatürliche Schlafverhalten auffällt.
Ausgelöst werden die Atemstillstände durch einen Kollaps der Atemwege im Rachenbereich. Während des Schlafes erschlafft generell unsere gesamte Muskulatur, so auch die der oberen Atemwege. Weist dieser Bereich eine besondere Enge auf, kann durch das Zusammenfallen des Gewebes eine verminderte Atmung (Hypopnoe) oder ein kompletter Atemstillstand (Apnoe) entstehen. Diese Enge kann physiologische, also natürliche Ursachen haben, in vielen Fällen wird sie jedoch verursacht durch eine Volumenvermehrung des Gewebes durch Fetteinlagerung. So ist es auch nicht verwunderlich, dass mindestens die Hälfte aller Schlafapnoepatienten ein behandlungsbedürftiges Übergewicht aufweist.
In den letzten Jahren hat sich die so genannte nCPAP-Therapie als Standard bei Schlafapnoe entwickelt. Über eine weiche Nasenmaske wird dem Patienten nachts durch ein Gebläse Raumluft zugeführt. So entsteht ein Überdruck in den Atemwegen, der einen Kollaps während des Schlafes verhindert. Bei einer kontinuierlichen Therapie kann so ein erholsamer Schlaf wiederhergestellt werden, die Symptome, wie zum Beispiel Einschlafneigung am Tag, werden deutlich verringert, wenn nicht sogar beseitigt.
Nichtsdestotrotz ist die nCPAP-Therapie lediglich eine symptomatische und keine ursächliche Therapie der Schlafapnoe. Maßnahmen zur Gewichtsreduktion sind bei übergewichtigen Schlafapnoepatienten sicherlich als der weitreichendere Therapieansatz zu bezeichnen. Bei einer großen Studie mit über 22.000 Patienten, die die Auswirkungen der Adipositaschirurgie untersucht hat, wurde, neben gravierendem Verlust des Übergewichts, bei mehr als 85 Prozent der Betroffenen auch eine deutliche Verbesserung der Schlafapnoe festgestellt.
Entgegen landläufiger Meinung ist die Schlafapnoe keine Erkrankung, von der nur Erwachsene betroffen sind: Bei einer Untersuchung des Royal London Hospital von 63 stark übergewichtigen Kindern, wurde bei 54 (also bei über 85 Prozent) das Schlafapnoesyndrom diagnostiziert.
Frank Laschinski
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